Israel 1987

Eindrücke aus Haifa

3. Tag, Freitag, 17. Juli 1987
Haifa
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Bericht von: Kirsten und Brigitte



Oh Mann, um 7.00 Uhr morgens war wieder Aufstehen angesagt. Jedoch einigen schenkten sich noch einmal 40 Minuten mehr Schlaf und dafür beim Duschen mehr Streß. Na ja, jedem das Seine! Dann folgte das gemeinsame Frühstück, was teilweise bei einigen mehr in Freßorgien ausartete, aber ganz lecker war, bis auf die übersüße Marmelade; Schicksal.

Dann wurde überall Aufbruchstimmung verbreitet. Da flogen Sachen durch die Gegend, dort wurde rumgekramt, bis dann endlich alle startklar waren zur Besichtigung des Leo Beck Schulzentrums. Danny, der für diese Zeit unseren Führer spielte, was er auch ganz gut machte, schickte uns dann zu Fuß durch die Hitze. Schwitz...Schweiß...!

Schon von außen sah die Schule sehr beeindruckend aus und ein toller Ausblick...das Meer...die Sonne! Oh Mann, da würde einigen von uns das Lernen bestimmt schwerfallen. Ich meine, wenn man sich so überlegt, mit was wir uns in Krefeld begnügen müssen! Erstaunlich fand ich, daß in der Aula, die sehr modern ist, schon Konzerte von Düsseldorfer Gruppen gegeben wurden. Der Direktor der Schule, Herr Bettelheim, hielt dann in der liberalen Synagoge (gekennzeichnet durch die Fenster, die Menschengesichter zeigen) ein Referat über die Jugendfreizeit und kommunale Aktivitäten im Rahmen derSchule. Die Schüler sollen den Eindruck gewinnen in der Gemeinschaft zu leben und nicht in der Masse. Dazu der passende Spruch: "Liebe Deinen Nächsten, er ist wie Du". Es hörte sich alles sehr gut an, aber welcher Direktor würde auch schon was Schlechtes von seiner Schule behaupten?! Erzählenswert jedoch ist die Geschichte einer Mathematiklehrerin, die kein Hebräisch sprechen konnte und ihre Schüler ihr das lernten. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, daß es jemals in Deutschland passieren würde, daß eine Schule eine Lehrkraft einstellen würde, die nicht deutsch sprechen kann. Okay, wahrscheinlich lag es daran, daß in dieser Zeit in Israel Lehrermangel und eine große Einwanderungswelle herrschte. Aber trotzdem!! Auch sollte erwähnt werden, daß diese Schule eine Privatschule ist, die jedoch kein Schulgeld verlangen darf. Tja, so was findet man bei uns nicht.
 
Israel - Haifa - Leo Baeck Schule
In der Leo-Baeck-Schule





Ausschnitt aus der reich bemalten
Kuppel der Eliaskirche





Gelegenheit zum Geld tauschen und
zum Erwerb und Genuß von
erfrischenden Getränken
   
Stichwort: Haifa
Nach dem Mittagessen konnte man die Leute flitzen sehen. Badesachen wurden zusammengekramt (Was'ne Panik, was'ne Hetze) und ab zum Strand. Ätzend jedoch, daß Eintritt bezahlt werden mußte. Okay, mit Aufsicht und nicht so viel Brandung, aber Wellen sind doch etwas herrliches, oder?! Aber trotzdem war es schön. Das Wasser war superwarm, die Sonne knallte einem auf den Bauch und man konnte so richtig relaxen. Erste Bekanntschaften wurden geknüpft. Gammeln und genießen für jeden. "Erste Sahne" würde Sabine sagen.

Das Programm hatte dann anschließend vorgesehen, an einem Erew Shabbat Gottesdienst teilzunehmen. Aber das fiel aus Zeitmangel ins Wasser. Eine Viertelstunde konnten wir uns das Treiben -im wahrsten Sinne des Wortes- in der Synagoge ansehen. Frauen mußten nach oben, Männer konnten unten bleiben. Staunen! Kennt man gar nicht. Was mich persönlich besonders enttäuschte, war folgendes: Es hieß, dieser Gottesdienst sollte mit Chor stattfinden, was nicht immer üblich ist. Aber davon bekamen wir gar nichts zu sehen. Auf der anderen Seite konnte man natürlich auch verstehen, daß unsere Köchin auch nach Hause wollte, um mit ihrer Familie den Shabbat zu feiern. Mit einer Viertelstunde Verspätung trudelten wir dann zum feierlichen Shabbat Abendessen ein.
 
Die im Norden von Israel gelegene Stadt Haifa mit ihren knapp 250000 Einwohnern, ist der wichtigste Hafen des Landes. Schon in vorchristlicher Zeit war die Gegend besiedelt.

Während der Kreuzzüge war Haifa heftig umkämpft und wechselte mehrere Male den Besitzer. Schon damals war die Stadt bekannt für ihren Schiffsbau und als jüdisches religiöses Zentrum, doch die Stadt stand immer im Schatten des nicht weit entfernten Akko. Das änderte sich erst, als im 19. Jahrhundert die Dampfschiffe aufkamen, für die der Hafen von Akko zu klein war.

Über Haifa kamen strömten dann die Zionisten ins Land und später auch die jüdischen Flüchtlinge im und vor allem nach dem zweiten Weltkrieg. Viele siedelten sich hier an und die Bedeutung der Stadt wuchs schnell.

Um 21.30 Uhr, hieß es dann, Referat über den Nahostkonflikt, das Danny hielt. Aber ganz ehrlich gesagt, war man viel zu erledigt, um richtig zuzuhören und sich dafür zu interessieren. Zumindest fühlten so die meisten, obwohl es jedem leid tat, da dies eigentlich ein sehr interessantes Thema ist. Aber was will man machen, wenn einem vor Müdigkeit die Augen dabei halb zufallen. Einige jumpten anschließend sofort in die Federn, andere gesellten sich noch die halbe Nacht draußen zusammen, um zu diskutieren, gemütlich etwas zu trinken oder was weiß ich.
 
Israel - Haifa - Am Strand
Am Strand




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