Israel 1987

Gedanken im Moshaw

14. Tag, Dienstag, 28. Juli 1987
Shave Zion
Logo Israel

Bericht von Ralf und Sabine


Nach dem sehr frühen Frühstück begann der "Run" durch unsere
Stichwort: Shave Zion
Herberge, dem Moshaw shitufi "Shave Zion". Es wurde versucht, uns die automatisierte Produktion bzw. Viehaufzucht (Rinder, Hühner) nahezubringen. Uns wurden die Stallungen und Melkanlagen der Milchviehhaltung vorgeführt, wobei mir hier immer wieder die von Milouot propagierte "integrierte Produktion" einfiel. Es hat für mich den Anschein, als wollte man uns weiß machen, daß das Müllproblem in Israel nicht existiert. Erst nach einer Diskussion stellte sich heraus, daß Israel sich auf dem Weg zu einer "One-Way-Gesellschaft" befindet.

Überhaupt, so schien mir, wird hier empfindlich auf Kritik reagiert. Doch haben die Mitglieder der Kibbuzim, Moshawim und Moshawin shitufim auch ihre Gründe auf das, was sie geleistet haben, stolz zu sein. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, in welch kurzer Zeit diese Gemeinschaften relativ moderne Produktionsstätten aus dem Boden stampften. Aber dies wäre ohne die internationalen Beziehungen des israelischen Volkes in aller Welt, sicher nicht möglich. Ich denke hierbei besonders an die Bemerkung: "Mit uns hat Stuttgart 600.000 Einwohner, also sollen sie ruhig was für uns tun" oder z.B. an die größte jüdische Stadt - New York.
(auch: Shavei Zion, Shavej Zion, Shawej Zion)

Der Moshav Shitufi Shave Zion ("Rückkehr nach Zion)" wurde 1938 von Juden aus der schwäbischen Ortschaft Rexingen gegründet, die vor der Verfolgung im dritten Reich flüchteten. Etwa 1941 (das genaue Jahr schwankt je nach Quelle, wie bei Frauen üblich) wird hier die Künstlerin Daliah Lavi geboren.

Wie viele andere Kibbuzim und Mushavim, kann auch der Moshav Shituvi Shave Zion kann nicht mehr alleine von der Landwirtschaft leben. Eine kleine Fabrik für Kunststoffe und vor allem das Beit Hava Hotel, in dem auch internationale Kongresse stattfinden, sorgen für zusätzliche Einnahmen.

Im allgemeinen scheint mir jedoch der Grundgedanke der Gründergeneration verloren gegangen zu sein. Die Gemeinschaften entwickelt sich immer weiter zu kapitalistisch orientierten "Produktionsstätten", wobei sich auch die einzelnen Mitglieder auseinanderleben. Hierfür steht z.B. die Bezahlung nach Leistung in den Moshawim shitufim. Der Eindruck der Profitorientierung entstand durch ein Erlebnis im Supermarkt des Moshaws. Beim Versuch, dort einige Getränke günstiger, als im Hotel zu erwerben, wurde uns sofort erklärt, daß man hier nur als Moshawmitglied einkaufen könne. Es stellte sich hier heraus, daß die Gastfreundschaft ein wenig in profitorientiertes Denken umgeschlagen ist.

Hieran schloß sich ein Besuch in der Moshaweigenen Gedenkhalle an. Sie erfüllt den Zweck einer Mahn- und Gedenkstätte. Selbst bei diesem traurigen Anlaß stellt sich wieder die Verflechtung des jüdischen Volkes dar. Die Mahnstätte sowie der Gemeinschaftssaal des Moshaws wurden von amerikanischen Juden gestiftet. Das Geld wurde zwar wieder in einen Fond für Stipendien abgetragen, doch die Tatsache eines zinslosen Darlehens läßt sich hier nicht übersehen. Ohne diese Hilfe wäre, meiner Meinung nach, ein so großes Wachstum der Gemeinschaften nicht möglich.

Nach dem "fakultativen Teil" - dieses Wort wird hier so gern gebraucht - fing der lockere Teil des Tages an. Er wurde mit schlafen, schwimmen und sonnen sowie einer Besprechung des Programms für den folgenden Tag zu Ende gebracht.


Israel - Shavei Zion - Beit Hava Hotel
Beit Hava Hotel





Israel - Shavei Zion
Shave Zion




Sie sind hier:
ak-extra / reise / israel / 1987 14/17
linkes elementweiterelementzurueckelementguestbookelementsend e-mailelementsitemapelementhomerechtes element




© 1999 - 2007 by Aléxandros Kiriazis
Falls Sie links keine Navigationsleiste sehen, klicken Sie bitte hier, um zur Startseite zu gelangen.