Israel 1993

Weiber und Schnaps

5. Tag, Shabbat, 03. Juli 1993
Haifa
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Bericht von Regina und Melanie



Da der Samstag bei den Juden als Shabbat gilt, mußten wir uns das Frühstück im Gästehaus selber zubereiten. Wir saßen alle in einer gemütlichen Runde, als Joachim nach einem Kommentar von Regina sagte: "Regina, wenn ich Deine Stimme beschreiben sollte, fällt mir nur Zahnarztbohrer ein." Durch diesen Satz brachen wir alle in lautes Gelächter aus.

Auf unserem Programm war der Carmel Berg angesagt. Zu diesem Carmel Berg gehört sowohl der Bahai Schrein, als auch die persischen Gärten. Die gesamte Gruppe war von den Gärten beeindruckt. Bis auf Michael, denn er hatte das Glück von einer Taube beschissen zu werden.

Der Bahai Schrein ist eine Schönheit für sich. Doch wie in jeder
Israel - Haifa - Das Bahei Heiligtum
Das Bahei Heiligtum

Kirche durfte man auch da nicht fotografieren.
Stichwort: Baha'i

Im Anschluß an den Bahai Schrein, gingen wir in den Minibazar im arabischen Viertel. Unser Mittagessen war von Joachim bestellt worden und bestand aus sehr leckeren Felaffeln und Cola.

Nach unserem Mittagessen gingen wir auch die Straßen, die als Deutsche Kolonie bezeichnet wird und guckten uns die Bibelsprüche an den Hausern an, die von den deutschen Templern erbaut wurden.

Nachdem wir diese Straße verlassen hatten, riefen wir uns Taxen und fuhren zum Strand von Haifa. Als wir dort ankamen, stellten wir fest, daß der Strand sehr voll war. Also entschieden wir uns für unseren heißgeliebten, oft benutzten Dado-Strand. Nun mußten wir uns wieder mal um drei Taxen bemühen. Während der Fahrt dorthin sprach sich unser Taxifahrer mit dem Fahrer der anderen Gruppe über den Preis ab. Das Resultat war, daß der Preis von den anderen sich unserem Preis anpaßte, also von 4 auf 5 Schekel.

Als wir dann endlich am Strand unseren Platz belegt hatten, standen vier unserer Jungs zusammen (darunter auch Peter). Als ich mich näher heranschlich hörte ich, was Peter zu sagen hatte. Zitat: "Die Frauen haben hier soviel Holz vor der Hütte, da kann man bei uns einen ganzen Dachstuhl draus machen."

Ein paar unserer Gruppe hatten das Pech nach fast einer Stunde baden von Feuerquallen angefallen zu werden. Darunter war auch ich.
Die Baha'i-Religion geht zurück auf das Jahr 1844, als Báb (arab.: "Das Tor"), der Vorläufer Bahá'u'lláhs in Persien seine Sendung erklärte. 1950 wurde Báb hingerichtet. Heimlich wurden später seine Gebeine nach Haifa gebracht.
Sein Nachfolger war Bahá'u'lláh (1817 - 1892), der als Religionsstifter der Baha'i gilt. Weil er eine vom Islam unabhängige Religion lehrte, wurde er inhaftiert.
Die Baha'i bestätigen im Kern die bisherigen Religionen und erweitern deren Kern um die Erfordernisse der modernen Welt. Im Zentrum steht die Einheit der Menscheit und der Religionen, sowie der Weltfrieden. Die Modernität ihres Glaubens kommt in der Forderung nach Errichtung einer demokratischen Weltregierung zum Ausdruck.
Geistliche gibt es bei den Baha'i nicht. Die Häuser der Andacht sind sehr unterschiedlich in der Architektur. Allen gemein ist jedoch die zentrale Kuppel und neun Eingänge in alle Richtungen als Symbol der Offenheit für alle.
Heute gibt es etwa 5 Millionen Baha'i.

Da einige Personen nicht mehr ins Wasser gingen, hatten André und Dirk nichts anderes zu tun, als die Mädchen am Strand zu beobachten.

Um den letzten Abend in Haifa richtig ausklingen zu lassen, traf man sich noch einmal im Aufenthaltsraum. Dieser Abend wurde leicht feucht fröhlich und man machte auch mit den Österreichern Bekanntschaft. Dieser Abend endete für einige um 2.00 Uhr morgens des folgenden Tages. Haifa ist eine sehr schöne, freundliche Stadt.

Israel - Haifa - Im Bazar
Im Bazar


Anmerkung von Aléxandros:

Frage: Was muß man tun, um von einer Gruppe Jugendlicher anerkannt zu werden? Antwort: Man muß mit ihnen saufen. Beim Einkauf der Spirituosen für diesen Abend hatte André versehentlich auch eine Flasche Anisschnaps (woanders nennt man das Ouzo) gegriffen (wer kann schon hebräisch lesen). Da dieser keinem außer mir mundete, blieb diese Flasche an mir hängen, als ich bekundete, daß ich Ouzo trinken würde. Obwohl ich ja praktisch nie Alkohol trinke und mit auch nichts ferner lag, als mich an dem Gelage zu beteiligen, beschloß ich das Spielchen mitzuspielen und tatsächlich leerte sich die Flasche im Laufe des Abends zu drei Vierteln. Da keiner außer mir Ouzo trank, ich aber noch vollkommen nüchtern schien, wurde meine Trinkfestigkeit allgemein mit Staunen bewundert. Schließlich gehörte ich zu den letzen Anwesenden und so war es mir ein Leichtes die halbvollen, mit Ouzo gefüllten Gläser, die überall zwischen den anderen Gläsern herumstanden zu beseitigen. Am nächsten Morgen war mein Ansehen in der Gruppe rapide gestiegen.

Israel - Haifa - Im Bazar
Im Bazar


Israel - Haifa - Am Strand heißt es sehen oder gesehen werden
Sehen und gesehen werden




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