Israel 1993

Tagesthemen

18. Tag, Freitag, 16. Juli 1993
Tel Aviv - Brüssel - Krefeld
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Bericht von Aléxandros



A.: Guten Tag, verehrte Hörer, wir melden uns heute am 16.07.1993, von unserer Rückreise aus Israel. Doch bevor wir mit unserer Talkrunde beginnen, schalten wir um nach Hamburg, zu den Nachrichten.

Studio: "Vielen Dank, Tel Aviv. Eine Gruppe von 18 Schülern ist heute in Tel Aviv zur Rückreise nach Deutschland aufgebrochen, nachdem sie 18 Tage lang von zwei Lehrkräften ihrer Schule entführt und festgehalten wurden. Man hatte ihre Pässe und Flugtickets eingesammelt, so daß es den Schülern unmöglich war, das Land ohne Einwilligung ihrer Peiniger zu verlassen. Einer der Entführer, dessen Name mit Joachim K. angegeben wird, konnte das Land noch nicht verlassen. Die andere Lehrkraft, Gisela W., von der noch nicht ganz klar ist, ob sie selbst Opfer oder Täter ist, verließ das Land mit der Gruppe. Wir schalten um, zu unserem Live-Reporter A. vor Ort. A.: Wie ist der letzte Stand der Dinge?"
Israel - Gruppe
Opfer?

A.: Die letzte Nach vor der Fahrt verbrachten die verzweifelten Schüler in einer billigen Absteige in der Nähe der berüchtigten Strandpromenade von Tel Aviv. Während einige von ihnen keine Ruhe fanden, verbrachten andere die letzten Stunden schlafend, vorzugsweise in fremden Betten. In dem Gedränge des Aufbruchs am sehr frühen Morgen stellte eines der Opfer, Martina S. , fest, daß sie ihr Portemonnaie nicht finden konnte. Ein neues Verbrechen? Ein anderer Diebstahl konnte dagegen aufgeklärt werden. Bei der Zollkontrolle am Ben Gurion Airport fand ein aufmerksamer Zöllner die Geldbörse von Eva H., die diese einige Tage zuvor als vermißt gemeldet hatte. Ansonsten gab es für die Gruppe dort keine Sonderbehandlung. Auch sie mußten sich der Willkür der Security unterwerfen.

Studio: "Gab es denn wenigstens zum Abschluß noch etwas, was die Schüler in Israel beeindruckt hat?"

A.: Ja, einer von ihnen, der ungenannt bleiben möchte, hat mir noch berichtet, wie sehr ihn das Nachtleben in Tel Aviv beeindruckt hat. Gegen 4.00 Uhr morgens wären noch genauso viele Israeli auf der Straße unterwegs gewesen, wie um 22.00 Uhr am vorherigen Abend und das, obwohl der nächste Tag ein Werktag gewesen sei.

Studio: "Wir danken für diese ersten Eindrücke aus Israel. Ein ausführliches Interview gibt es im Anschluß an die Nachrichten. Währenddessen bereitete man sich am Flughafen Brüssel und in einer Krefelder Berufsschule auf die Rückkehr der Gruppe vor. Es kam noch zu einigen Zwischenfällen kommen, da während des Fluges zwei Koffer beschädigt werden, aber auch dies konnte die Gruppe nicht davon abhalten, nach 18 langen Tagen pünktlich in Krefeld anzukommen, wo sie von ihren Familien und Freunden stürmisch begrüßt wurden. Zum Abschluß der Nachrichten; das Wetter: In Tel Aviv von nächtlicher Kühle keine Spur, alles deutet auf einen ebenso heißen Tag wie gestern hin. In Krefeld jedoch wolkenverhangener Himmel und Temperaturen um 20°C. Die Nachrichten melden sich wieder bei Gelegenheit. Wir schalten jetzt um, zu unserem Reporter A., der die Schülergruppe auf ihrem Rückflug begleitet."
Israel - Flughafen Tel Aviv
Flughafen Tel Aviv



A.: Die meisten Schüler sind auf der Rückreise völlig erschöpft in tiefen Schlaf gefallen, dennoch gelang es mir einige Fragen zu stellen. Wie ich erfahren habe, waren sie in Israel nie längere Zeit an einem Ort und haben auf diese Art und Weise immerhin einige touristische Attraktionen und mehr sehen können. Ich habe jetzt einige Schüler zu einer lockeren Gesprächsrunde um mich versammelt. Als erstes eine Frage an den Sanitäter der Gruppe. Dirk, auf dieser Fahrt gab es außergewöhnlich viele Verletzungen und Wehwehchen zu behandeln. An welche erinnerst Du Dich am nachdrücklichsten und warum?

Dirk:
An Connys Fuß, er war lästig.

A.: Wie ich erfahren habe, hat Conny Yad Vashem sehr beeindruckt. Was war daran so besonders?

Conny: Die Geschichte. Man kann sich anhand der Bilder vorstellen, was die Leute erlebt haben müssen.

A.: Du mußtest in Jerusalem sogar ins Krankenhaus gebracht werden. Hattest Du Gelegenheit Dich in einen israelischen Arzt zu verlieben, oder hatte Dirk mehr Chancen?

Conny: (Gröhlt) Die israelischen Ärzte sind etwas zu alt für mich.

Dirk: Dann ist Dir ein deutscher Sanitäter lieber?

A.: Gab es neben Connys Fuß, Durchfall und Blasen noch weitere ernstzunehmende Verletzungen?

Bianca: Mein aufgeschlagenes Knie.

Rückflug: Im Flugzeug
Nachdenkliche Mienen auf dem
Rückflug: Wie kann das Erlebte
verarbeitet werden?


A.: André, Du bist der offizielle Klosettieftaucher. Wo war das Papier am softesten?

André: Eindeutig in Tabgha, aber in Haifa hatte es eine schönere Farbe. Dort war es blau.

A.: Und wie bringst Du Deine Mutter in Zukunft dazu, mehr Suppe zu kochen?

André: Das frage ich mich auch.

A.:
Was hat Euch denn wann und warum auf dieser Reise am meisten aufgeregt, Michael?

Michael: Die ganze Gruppe, läßt Dich nie schlafen

A.: Hast Du sonst noch einen allgemeinen Kommentar?

Michael: Hab zum Schluß keine Felaffel gegessen, ich habe gerade Hunger, weil mich ja keiner geweckt hat, als die Funze mit Bordfraß kam.
Andre
André: "In Haifa ist es blau"

A.: Peter war so geistesgegenwärtig Aufzeichnungen für Lars zu machen. Können diese vor Gericht verwendet werden?

Peter: Auf jeden Fall. Die Beweisfeststellung läuft und die Staatsanwaltschaft ist gut vorbereitet.

A.: King Shlomo, verraten Sie uns, wo Ihr Reich liegt?

King: Von der westlichen Hemisphäre bis mitten in das Herz von Krefeld und bis in die Ausläufer von Aachen.

A.: Vor dem Abflug habe ich noch ein kurzes Gespräch mit dem mutmaßlichen Entführer Joachim K. geführt. Wir durften zwar nicht über Dinge sprechen, die das Verbrechen betrafen, aber ich konnte einige persönliche Fragen stellen. Regie? Können wir mal eben die MAZ einfügen?

Regie: Klar doch, MAZ ab.

A.:
Joachim K., wieviel Minuten waren sie insgesamt zu spät?

Joachim K.:
Täglich 20 Minuten

A.: Stimmt es, daß sie ein Angebot von der New Yorker ‚Met' bekommen haben?

Joachim K.:
(vorsichtig) Es laufen Vorverhandlungen.

Regie: MAZ Ende

A.: Konrad, Du hast eben erzählt, was Dir in Israel nicht gefallen hat.

Konrad: Ehrlich?

A.: Ich bitte darum.

Konrad: Die Frauen mit Waffen. (Anmerkung von Michael: Welche Waffen meint'n das Ferkel?!)

A.: Und Du Sabine, was fandest Du an Israel langweilig?

Sabine: Nichts.

A.: Sehr aufschlußreich. Um Anja haben sich sechs junge Recken mehr oder minder bemüht. Für wen entscheidest Du Dich?

Anja: Ich habe meinen Favoriten Zuhause.

A.: Anja, verrate uns doch, wie wir es schaffen, daß Dein bezauberndes Lächeln noch breiter wird?

Anja: Mit einer Flasche Wein
Tarnung ist wichtig
Tarnung ist das A und O
bei der Sicherung von
Beweisen

A.: Gisela, darf ich eine direkte Frage stellen? Was hat ihnen an Joachim K. nicht gefallen?

Gisela: (nach längerem Überlegen) Seine Kurzhaarfrisur. (etwas später) Die Socken.

A.: Und was fanden Sie in Israel lustig?

Gisela: Wenn Michael uns die Warterei durch seine Späße verkürzt hat.

A.: Eine der Schülerinnen ist ihre Tochter. Was hat Sie am meisten an Ilka geärgert?

Gisela: Hm. (Pause) Ja. (längeres Nachdenken) Nein, ich habe mich nicht geärgert.

A.: Und Ilka Du, was hättest Du anders gemacht, wenn Deine Mutter nicht dabei gewesen wäre?

Ilka: Nicht viel (Anmerkung von Michael: Hechel, hechel..Päädaaa!!)

A.: Welche Landschaft möchtest Du wiedersehen?

Ilka: Die Wüste, En Gedi und den See Genezareth.

A.: Leider kommen wir mit der Zeit etwas in Verzug, Sandy, Du und Konrad habt Eure Beziehung offen ausgelebt. Wart Ihr in Eurer Zweisamkeit manchmal einsam?

Sandy: Ja, wir haben uns aber auch abgesondert gefühlt. Es ist uns keiner entgegengekommen.

A.: Gab es in Israel Menschen, die Ihr gerne noch einmal wiedersehen würdet?
Stein des Anstoßes
Stein des Anstoßes:
Joachims Socken
Melanie: Ester Golan.

A.: Ja, verehrte Hörer, wenn man die Dinge etwas näher betrachtet, sind sie doch ganz anders. Während unseres Gespräches hatte ich nicht den Eindruck, eine Gruppe vor mir zu haben, die gerade eine nervenaufreibende Entführung hinter sich hat. Es schien mir eher, als hätte unser Kollege zu Hause da ...

Regie: (aufgeregt) Schnitt, Schnitt, ... Umschalten auf Testbild
Ankunft in Brüssel
Ankunft in Brüssel




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